Der damals 17jährige bayerische Kronprinz Ludwig brach im April 1804 mit einer kleinen Gruppe zu einer Reise in die Hansestädte auf. In Bremen bewunderte er die Rathaushalle, beschrieb den Schütting, die Börse, eine Zuckerraffinerie, das Museum. Er registrierte überrascht viel »Bonhomie« in der Stadt, aß bei dem berühmten Arzt und Astronomen Heinrich Wilhelm Olbers zu Abend, besuchte Theateraufführungen und Konzerte. Von da aus ging es weiter über Rotenburg an der Wümme und Harburg nach Hamburg. Die Reisegesellschaft besichtigte Schlösser und Parks, aber auch Fabriken, Armenanstalten oder Waisenhäuser und sprach mit Personen verschiedenster Herkunft. Ludwig war ein wacher und interessierter Beobachter. Seine Schilderung ermöglicht einen Blick auf die Infrastruktur im deutschen Nordwesten Anfang des 19. Jahrhunderts anhand seines Reisetagebuchs.